Wie Gas, Öl, Wärmepumpe und Fernwärme die Kostenverteilung beeinflussen
Heizsysteme & CO₂-Kosten
Heizsysteme haben entscheidenden Einfluss auf die CO₂-Kosten. Der Artikel erklärt, wie Wärmepumpe, Fernwärme sowie Gas- und Ölheizungen im CO2KostAufG behandelt werden und welche Folgen das für Mieter und Vermieter hat.
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Warum das Heizsystem über die CO₂-Kosten entscheidet
Mit der CO₂-Bepreisung und dem CO2KostAufG ist die Wahl des Heizsystems zu einem zentralen Kostenfaktor geworden. Unterschiedliche Systeme verursachen unterschiedlich hohe CO₂-Emissionen und werden entsprechend unterschiedlich belastet.
Für Vermieter entsteht ein wirtschaftlicher Anreiz zur Modernisierung, für Mieter wird transparenter, warum CO₂-Kosten steigen oder sinken.
Gesetzlicher Rahmen: Heizsysteme im Kontext des CO2KostAufG
Das CO2KostAufG regelt seit 2023 die Aufteilung der CO₂-Kosten anhand des spezifischen CO₂-Ausstoßes eines Gebäudes. Grundlage sind die Pflichtangaben der Energieversorger auf Brennstoff- und Wärmelieferrechnungen.
CO₂-Kosten entstehen grundsätzlich nur bei fossilen Energieträgern und bestimmten Formen der Fernwärme. Strombasierte Heizsysteme sind derzeit nicht Teil der Kostenaufteilung.
Fossile Heizsysteme: Gas und Öl als Kostentreiber
Gas- und Ölheizungen verursachen direkte CO₂-Emissionen. Diese werden über den nationalen CO₂-Preis bepreist und anschließend nach dem Stufenmodell zwischen Mietern und Vermietern aufgeteilt.
Je schlechter der energetische Zustand des Gebäudes, desto höher ist der Vermieteranteil. In sehr ineffizienten Gebäuden können bis zu 95 Prozent der CO₂-Kosten beim Vermieter verbleiben.
Wärmepumpe: Warum hier keine CO₂-Kosten anfallen
Wärmepumpen unterscheiden sich grundlegend von fossilen Heizsystemen. Sie erzeugen keine Wärme durch Verbrennung von Brennstoffen, sondern nutzen Umweltenergie aus Luft, Erde oder Grundwasser und wandeln diese mithilfe von Strom in Heizwärme um.
Vor Ort entstehen dabei keine CO₂-Emissionen. Daher sind Wärmepumpen im Rahmen des CO2KostAufG von der CO₂-Kostenaufteilung ausgenommen.
Fernwärme: Differenzierte Betrachtung erforderlich
Bei Fernwärme ist die CO₂-Kostenaufteilung nicht pauschal zu beurteilen. Entscheidend ist, ob und in welchem Umfang bei der Wärmeerzeugung CO₂-Kosten anfallen, die Bestandteil der gelieferten Fernwärme sind.
Fernwärme fällt unabhängig davon, ob die CO₂-Kosten aus dem nationalen Emissionshandel nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz oder aus dem europäischen Emissionshandel (EU-ETS) resultieren, grundsätzlich unter das CO₂-Kostenaufteilungsgesetz .
Die im Fernwärmepreis enthaltenen CO₂-Kosten sind daher nach den Vorgaben des CO₂-Kostenaufteilungsgesetzes zwischen Vermieter und Mieter aufzuteilen. Maßgeblich sind dabei die vom Fernwärmeversorger ausgewiesenen oder nach gesetzlichen Vorgaben ermittelten Emissionsdaten und Kostenanteile des jeweiligen Fernwärmeanschlusses.
Vergleich der Heizsysteme im Überblick
| Heizsystem | CO₂-Kosten | Aufteilung für Wohngebäude | Aufteilung für Nicht-Wohngebäude |
|---|---|---|---|
| Gasheizung | Ja | Stufenmodell | Pauschal (50:50) |
| Ölheizung | Ja | Stufenmodell | Pauschal (50:50) |
| Fernwärme | Ja | Stufenmodell | Pauschal (50:50) |
| Wärmepumpe | Nein | Keine CO₂-Kosten | Keine CO₂-Kosten |
Praktische Auswirkungen auf Mietverträge und Abrechnung
Das CO2KostAufG gilt automatisch für alle Mietverträge. Klausel, die eine andere Regelung der CO₂-Kostenaufteilung treffen, sind nicht zutreffend und unwirksam.
Bei selbstversorgenden Mietern besteht ein eigener Erstattungsanspruch, der innerhalb von zwölf Monaten geltend gemacht werden muss. Bei zentralen Heizsystem muss der Vermieter seinen CO₂-Kostenanteil in der Heizkostenabrechnung berücksichtigen und transparent ausweisen.
Strategische Bedeutung für Vermieter
Mit steigenden CO₂-Preisen wird die Wahl des Heizsystems zu einer strategischen Investitionsentscheidung. Vermeidbare CO₂-Kosten können über Jahre hinweg erhebliche Beträge erreichen. Moderne Heizsysteme senken nicht nur den Energieverbrauch, sondern auch rechtliche und wirtschaftliche Risiken.
Fazit: Heizsysteme als Schlüssel zur Reduzierung von CO₂-Kosten
Heizsysteme bestimmen maßgeblich die Höhe der CO₂-Kosten. Fossile Systeme werden zunehmend zur finanziellen Belastung, während Wärmepumpen und bestimmte Fernwärmelösungen klare Vorteile bieten.
Das CO2KostAufG schafft Transparenz und setzt gezielte Anreize für Modernisierung und langfristige Kostensenkung.









