Wie der CO₂-Preis Heizkosten und Kostenverteilung beeinflusst
CO₂-Preis einfach erklärt
Der CO₂-Preis verteuert fossile Energien und beeinflusst Heizkosten, Nebenkostenabrechnungen sowie die CO₂-Kostenverteilung zwischen Mietern und Vermietern. Dieser Artikel erklärt die Zusammenhänge.
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Warum der CO₂-Preis für Mieter und Vermieter relevant ist
Der CO₂-Preis ist ein zentrales klimapolitisches Instrument in Deutschland. Er verteuert fossile Energieträger wie Erdgas und Heizöl und wirkt sich dadurch unmittelbar auf Heizkosten, Nebenkostenabrechnungen und seit 2023 auch auf die Kostenverteilung zwischen Mietern und Vermietern aus.
Mieter und Vermieter stehen gleichermaßen vor neuen Fragen: steigende Kosten, Abrechnungsanforderungen und langfristige wirtschaftliche Entscheidungen rund um Gebäude und Energieeffizienz.
Was ist der CO₂-Preis und warum gibt es ihn?
Der CO₂-Preis ist ein staatlich festgelegter Preis für den Ausstoß von Kohlendioxid. Ziel ist es, klimaschädliche Emissionen zu reduzieren, indem fossile Energien schrittweise teurer werden und Anreize für Einsparungen und klimafreundliche Alternativen entstehen.
Unternehmen, die fossile Brennstoffe in Verkehr bringen, müssen Emissionszertifikate erwerben. Die entstehenden Kosten werden über die Energiepreise an Endverbraucher weitergegeben.
Perspektivisch soll der bislang festgelegte CO₂-Preis schrittweise durch einen marktbasierten Zertifikatehandel ergänzt werden. Dabei bestimmt nicht mehr der Staat einen festen Preis, sondern Angebot und Nachfrage am Markt. Eine begrenzte Menge an Zertifikaten soll sicherstellen, dass die Gesamtemissionen sinken, während sich der CO₂-Preis stärker an der tatsächlichen Knappheit orientiert. Für Mieter und Vermieter bedeutet das voraussichtlich stärker schwankende, tendenziell aber weiter steigende CO₂-Kosten.
CO₂-Preis, CO₂-Abgabe und CO₂-Kosten: Die Unterschiede
Der CO₂-Preis bezeichnet den politisch festgelegten Betrag pro ausgestoßener Tonne CO₂. Die CO₂-Abgabe ist die praktische Umsetzung dieses Preises auf fossile Brennstoffe.
Die CO₂-Kosten entstehen auf Haushaltsebene aus Verbrauch, Emissionsfaktor und geltendem CO₂-Preis und sind seit 2023 Gegenstand der gesetzlichen Kostenaufteilung nach dem CO₂KostAufG.
| Begriff | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| CO₂-Preis | Politisch festgelegter Preis je Tonne CO₂ in 2026 | 60 € pro Tonne CO₂ |
| CO₂-Abgabe | Aufschlag auf fossile Brennstoffe auf Basis des CO₂-Preises | 0,012 € pro kWh Erdgas |
| CO₂-Kosten | Tatsächliche Kosten auf Haushaltsebene | 147 € CO₂-Kosten bei 3 t CO₂/Jahr |
Wie hoch ist der CO₂-Preis und wie entwickelt er sich?
Der CO₂-Preis ist ein politisch festgelegter Betrag, der in den letzten Jahren schrittweise angehoben wurde:
| Jahr | CO₂-Preis pro Tonne |
|---|---|
| 2021 | 25 Euro |
| 2022 | 30 Euro |
| 2023 | 30 Euro |
| 2024 | 45 Euro |
| 2025 | 55 Euro |
| 2026 | 60 Euro |
| 2027 | 75 Euro (Schätzung) |
Ab 2027 soll der CO₂-Preis marktbasiert im europäischen Emissionshandel gebildet werden. Damit gewinnen CO₂-Kosten langfristig weiter an Bedeutung.
Wie wirkt sich der CO₂-Preis auf Heizkosten aus?
Der CO₂-Preis erhöht die Kosten für fossile Brennstoffe direkt. Je höher der Energieverbrauch und je höher der CO₂-Preis, desto stärker steigen die Heizkosten.
Die CO₂-Kosten sind Bestandteil der Heizkostenabrechnung und nehmen mit steigenden CO₂-Preisen automatisch zu.
CO₂-Kostenaufteilung zwischen Mieter und Vermieter
Seit dem 1. Januar 2023 werden die CO₂-Kosten abhängig vom energetischen Zustand des Gebäudes zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt. Je schlechter die Energieeffizienz, desto höher ist der Kostenanteil des Vermieters.
Diese Regelung soll Mieter entlasten und Vermieter zu energetischen Verbesserungen motivieren.
Besondere Bedeutung für Bürgergeld- und Wohngeldempfänger
Haushalte mit geringem Einkommen sind von steigenden Heizkosten besonders betroffen. Die CO₂-Kostenaufteilung sorgt hier für eine stärkere Entlastung, insbesondere in energetisch schlechten Gebäuden.
Der CO₂-Preis wirkt in diesen Fällen nicht nur als Klimainstrument, sondern auch als sozialpolitisches Element.
Was Vermieter jetzt beachten sollten
Für Vermieter steigt mit zunehmendem CO₂-Preis der eigene Kostenanteil. Energetische Sanierungen und moderne Heiztechnik können diese Belastung langfristig reduzieren.
Investitionen in Energieeffizienz wirken sich daher sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich positiv aus.
Fazit: Der CO₂-Preis als Kostenfaktor und Steuerungsinstrument
Der CO₂-Preis beeinflusst Heizkosten, Abrechnungen und Kostenverteilung nachhaltig. Wer die Mechanismen versteht, kann Kosten besser einordnen und langfristig reagieren.
Damit verbindet der CO₂-Preis Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Steuerung.









